26./27.01.2019 Schneeschuhwanderung zur Neulandhütte

Die Brigitte hat uns wieder eingeladen – in die Neulandhütte oberhalb von Arzbach. Und fast alle,
die schon letztes Jahr dabei waren, kamen auch diesmal wieder. Zu acht haben wir uns um 13 Uhr
am Parkplatz am Längental getroffen. Jeder von uns hatte seine Schneeschuhe dabei – und die
brauchten wir auch für unseren Aufstieg. Von Anfang an konnten wir mit ihnen losgehen, das
Wetter spielte mit, es war bewölkt, aber es regnete nicht mehr. Mit unserem Proviant für
nachmittag, abends und in der Früh zogen wir los. Zuerst den Hauptweg entlang, später wollten wir
durch den Wald weiter, leider war dieser Pfad aber wegen Wildfütterung gesperrt und so gingen wir
den Wirtschaftsweg nach oben. Nach ungefähr 300 Höhenmeter tauchte dann der Abzweig zur
Neulandhütte auf und dann ging es noch einmal eine halbe Stunde steil nach oben durch tief
verschneite Bäume und Wiesen. Schließlich erreichten wir die Hütte. Sie wurde am Wochenende
zuvor von neun Mitgliedern des Alpenvereins Penzberg aus dem 14-tägigen „Tiefschlaf“ wegen der
starken Schneefälle freigeschaufelt. Der Schnee türmte sich meterhoch bis über die Fenster, das
Dach war meterhoch bedeckt. Nun bewährte sich die Arbeitsteilung – die Damen waren zuständig
die kalte Hütte zu beheizen und aufzuhübschen, die Männer hatten Schaufeldienst. Alfred kümmerte
sich um das Dach, Günter und Claus um den Notausgang aus dem Erdgeschoß. Die Tür war nur
noch an der oberen Ecke des Türblatts erkennbar – nach gut einer Stunde war sie aber in ihrer
Funktion zu gebrauchen. In der Zwischenzeit hatten die „Mädels“ auch gute Dienste getan – es
lockte frisch aufgebrühter Tee und heißer Kaffee. Und dann zeigte sich was alles an Proviant nach
oben gebracht wurde. Wir hatten die Auswahl aus vier verschiedenen Kuchen und sogar ein Stollen
wartete noch auf den Verzehr. Das ließen wir uns nicht zweimal bitten…
… schön langsam wurde die Hütte warm, in zwei Meter Höhe waren nach vier Stunden schon über
zwanzig Grad Celsius, am Boden waren es gefühlte Eiszapfen und dazwischen konnte es man sich
mit Decke und Pullover gemütlich machen. Nach einem ausgiebigen Ratsch hatten wir uns warm
diskutiert – im Gegensatz zu den drei Baumeistern die wir bei unserem Aufstieg kurz vor der Hütte
trafen.
Diese haben sich zur Aufgabe gemacht ein Iglu zu bauen und darin zu übernachten. Wir sollten die
drei noch kennenlernen. Erst einmal machten sich die Damen in der Küche ans Werk und kochten
ein leckeres Chilli con Carne, die Männer machten sich nützlich und holten Holz. Das Essen
schmeckte lecker, dazu gab es die verschiedensten Getränke aus dem Fundus der Hütte. Vom Chilli
blieb nur noch ein kleiner Rest. Wir erwarteten noch einen Gast aus Benediktbeuern. Sie hat sich
von dort – relativ spät – alleine auf dem Weg zur Hütte gemacht und wir waren schon bange ob sie
es bis zu uns schafft. Das tat sie nicht – Gott sei Dank – sie rettete damit einem verirrten Wanderer
aus Erding, ohne Winterausrüstung und Taschenlampe, wahrscheinlich vor viel Ungemach. Sie rief
uns, schon bei Dunkelheit an, dass sie mit ihm umkehre und zu seinem Auto begleite. Beide kamen
dann wohlbehalten, jeweils getrennt, an ihrem Zuhause wieder an.
Kurze Zeit nach unserem Essen sahen wir das Licht einer Taschenlampe. Es klopfte an der Tür, es
war eine Frau vom „Iglu-Team“ die um heißes Wasser bat. Sie erklärte uns kurz wie das Iglu gebaut
wird und dass sie zu dritt (zwei Männer und sie) darin übernachten wollen – sie hätten gute
Ausrüstung und einen warmen Schlafsack. Dann zog sie ab – und wir blieben lieber in der
mittlerweile warmen, kuschligen Hütte. Bei Spiel und Ratsch verging die Zeit wie im Flug und
unser Bett wartete im Dachgeschoß – dort allerdings bei kühleren Temparaturen.
Tags darauf wachten dann wieder alle auf – etwas steif gefroren, aber die Sonne zeigte sich am
Himmel und einige fleißige Frühaufsteher bereiteten schon das Frühstück vor. Das rief auch unsere
Kameraden vom „Iglu-Team“ auf den Plan. Sie kamen einer nach dem anderen um sich bei uns zu
wärmen und zu frühstücken. Einer von ihnen war der Spezialist im Bauen der Eishäuser. Er
schneidet Quader aus den Schneeboden und setzt sie dann im Halbrund aufeinander, so daß die drei
überdacht einen Fläche von ca. 3 m auf 2 m zum Schlafen auf dem eisigen Boden hatten. Das
wollten wir uns natürlich auf dem Heimweg anschauen. Aber noch war es nicht so weit. Erst
mussten wir wieder alles besenrein machen, das Holz auffüllen und zusammenräumen.
Bei sonnigen Wetter und strahlend blauen Himmel machten wir uns auf den Weg, zuerst zu einem
nahen Aussichtshügel. Auf dem genossen wir den tollen Ausblick auf die Benediktenwand und
umliegende Berge. Dann ein kleiner Höhepunkt – das mittlerweile verlassene Iglu, welches wir
durch eine künstlich geschaffene Treppe von unten her betraten. Wir hatten alle acht hockend darin
Platz und staunten über die Fertigkeiten der Iglubauer.
Von der Neugierde befriedigt schritten wir durch die tief verschneite Winterlandschaft, erklommen
noch ein Gipfelkreuz und liefen durch den Wald und kletterten über umgefallene Bäume wieder in
Richtung Parkplatz zu unserem Auto. Alle hatten noch Zeit für eine Einkehr und so ließen wir das
schöne Wochenende auf der Waldherrnalm bei Speis und Trank ausklingen.
Vielen Dank, Brigitte für das Organisieren der tollen Tour und dem Alfred für die Gastfreundschaft
als Hüttenwart der Neulandhütte. Im nächsten Jahr sind wir gerne wieder dabei!

Claus S.

   

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