28.07. - 31.07.2019 KarwendeldurchquerungELEO5518

1. Tag Soiernspitze

Acht Naturfreunde machen sich auf den Weg nach Mittenwald. In der Nähe des Bahnhofes lassen wir die beiden Autos zurück. Wir durchqueren Mittenwald in Richtung Norden.
Nach Unterquerung der B2 geht es eine Forstrasse dahin. Bei der Ochsenalm genießen wir noch eine Brotzeit.
Nun geht es steil im Wald bergauf, bald zeigt sich, dass heute nicht alle so fit sind. So entschließen sich zwei Personen zur Umkehr um die Forstraße zur Vereinealm zu gehen. Zu sechst geht es weiter. Der vorhergesagte Regen setzt ein und dehnt sich zu Daueregen aus. Wir sehen kaum noch etwas. Im Regen machen wir noch eine Brotzeit, mancher bedauert nicht auch umgekehrt zu sein. An der Soiernspitz auf 2.259 Meter gehen wir sofort weiter. Im Daurregen erreichen wir nach weiteren zwei Stunden die Krinner-Kofler-Hütte. Dort hatte man mit uns gar nicht mehr gerechnet. Wir sind auch die einzigen Gäste.
Unsere zwei Umkehrer sind kurz vor uns angekommen, haben aber schon die Zeit genutzt um ein Feuer zu machen. Unsere nassen Sachen verteilen wir über den gesamten Aufenthaltsraum und freuen uns auf das Abendessen in der Vereinalm.

1350 Meter bergauf
850 Meter bergab
8 Stunden

Hugo G.

 

2. Tag Karwendelhaus

Wegen des vorhergesagten Dauerregens hatten wir das Frühstück ohnehin um eine Stunde nach hinten verschoben. Die Vorhersage trifft leider voll zu. Wir warten noch eine weitere Stunde, allerdings müssen wir nun in den noch leicht feuchten Sachen los. Über den Bärensteig geht es steil den Bärenalpsattel hinauf, wo wir die Grenze nach Tirol passieren. Es klart auf und der Regen zieht sich zurück. Über den Gjaidsteig sehen wir schon das Karwendelhaus. Das Erreichen des Karwendelhauses zieht sich hin, aber dennoch sind wir am Nachmittag angekommen auf dem Karwendelhaus. ( 1.771 Meter )

900 Meter bergauf
500 Meter bergab
6 Stunden

Hugo G.

 

3. Tag Birkkarspitze 2749m

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Karwendelhaus (1765m) machten sich drei Naturfreunde um acht Uhr auf den Weg zur Überschreitung des Schlauchkarsattels, um vom Karwendeltal ins Hinterautal zu gelangen. Der andere Teil unserer Gruppe ging talauswärts bis Scharnitz und von dort in das Hinterautal hinein bis zur Kastenalm, wo wir uns treffen wollten.
Gleich vor dem Karwendelhaus begann der Steig, steil empor an den Lawinenverbauungen vorbei, durch Latschengassen hindurch und über Wiesenhänge. Bei sehr gutem Bergwetter ging es in das Schlauchkar hinein und im Kalkschotter steil bergauf. Vor dem Schlauchkarsattel (2639m) mussten noch einige felsige Passagen überwunden werden. Nachdem wir unsere Rücksäcke hinter dem Notbiwak deponiert hatten, stiegen wir vom Sattel auf einem felsigen, teilweise versicherten und ausgesetzten Steig zum Gipfel hinauf. Obwohl nicht alle Berggipfel um uns herum aus den Wolken ragten, hatten wir doch eine beeindruckende Aussicht auf die uns umgebende, gewaltige Landschaft des Karwendels und auf die Berge des Wettersteingebirges, der Tuxer Alpen und des Alpenhauptkammes. Anschließend kehrten wir zum Schlauchkarsattel zurück und machten ausgiebig Brotzeit.
Der weitere Abstieg führte uns nach Süden ins westliche Birkkar und war durchwegs extrem steil, felsig und vor allem brüchig. Seilsicherungen halfen uns diesen Abschnitt zu überwinden. Im Birkkar angekommen wurde es etwas flacher und wir überquerten das erste Schneefeld. Einige weitere, vor allem größere, sollten noch folgen. Insgesamt betrachtet bereiteten uns die Schneefelder jedoch keine großen Schwierigkeiten. Über einig große Geländestufen führte uns der weitere Weg oberhalb des Birkkarbaches an Steilhängen entlang, einige Male die Seite wechselnd, Richtung Hinterautal. Auf dem Talboden angekommen, war es nicht mehr weit zur Kastenalm (1220m), wo Ingrid schon auf uns wartete. Hier gönnten wir uns wieder eine ausgiebige Rast.
Der weitere Weg zum Hallerangerhaus (1768m), unserem nächsten Nachtquartier, fiel uns nicht ganz leicht. Aber auch dieser Abschnitt wurde geschafft und um 19.30 Uhr konnten wir unser müden Beine unter einen Tisch des Hallerangerhauses strecken und diesen langen wunderschönen Tag in Gedanken an uns vorüberziehen lassen.

Hier noch die Daten dieser Tagesetappe:
Strecke ca. 20 km
Aufstieg ca. 1570 Hm
Abstieg ca. 1570 Hm

Andreas W.

 

4. Tag über das Lafatscherjoch nach Absam

Vom Hallerangerhaus (1768m) stiegen wir nach dem Frühstück zunächst durch den sogenannten Durchschlag (zwischen Speckkarspitze und Lafatscher) zum Lafatscherjoch (2081m) auf. Hier oben
hatte es leicht zu regnen begonnen und die Wolken reichten fast bis auf das Joch herab. Weiter ging es auf den Kehren des alten Fahrweges Richtung Halltal. Der Regen hörte bald auf und über Kohlstatt, Issanger und Issjöchl erreichten wir Herrenhäuser im Halltal. Die ganze Gegend hier diente in den vergangenen sieben Jahrhunderten dem Salzbergbau und Herrenhäuser war das Zentrum. Hier legten wir eine kleine Rast ein und besichtigten die Kapelle der Bergknappen und das sogenannte Knappenhäusl. Die Herrenhäuser wurden 1999 durch eine Lawine stark beschädigt und sind seitdem dem Verfall preisgegeben.
Von hier war es nicht mehr weit bis zu dem aufgelassenen Kloster St. Magdalena, wo uns der Fluchtsteig (er diente einst den Salzbergknappen als lawinensicherer Zu- und Abstieg) hinunter nach Absam-Eichat (735m) führte.
Mit dem Bus fuhren wir nach Innsbruck und mit dem Zug nach Mittenwald zurück. Zum Ausklang
dieser wunderschönen, fröhlichen, aber auch besinnlichen und bisweilen anstrengenden 4-Tagestour
kehrten wir in der Mittenwalder Sportalm ein.

Daten dieser Tagesetappe:
Strecke ca. 11 km
Aufstieg ca. 400 Hm
Abstieg ca. 1400 Hm

Andreas W.

   

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