Wir fuhren zu siebt mit zwei Autos ab Wolfratshausen nach Garmisch-Partenkirchen zum Parkplatz am Skistadion und waren voller Vorfreude auf die kommenden zwei Tage und hofften auf nicht sooo heiße Tage. Die Tour durch das Reintal ist zwar die einfachste auf den Weg zur Zugspitze, jedoch auch die längste. Landschaftlich ein Hochgenuss.
Unsere Gruppe startete vom Skistadion erst ein Stück Forstweg und dann durch die Partnachklamm, die besorgniserregend wenig Wasser hatte, jedoch immer ein beeindruckendes Naturschauspiel ist. Danach ging der Weg weiter Richtung Reintal. Gottseidank gab es keine Umleitung mehr über die Partnachalm. Wir waren guter Laune und erreichten nach ca. zwei Stunden die Bockhütte.
Hier machten wir unsere erste Pause. Wir tranken einen Kaffee oder eine Schorle und schon ging es auf schönen, schattigen Wegen durch Wälder weiter bis zum nächsten Stopp, der Reintalangerhütte auf 1369 m, superschön gelegen an der Partnach. Hier machten wir Mittagspause und ließen es uns alle mit einer Ingwer-Karottensuppe sehr gut schmecken. Danach wappneten wir uns mit Sonnenmilch und Sonnenhut für den anstrengendsten Teil der Tour des ersten Tages, den Aufstieg zur Knorrhütte. Wir ließen es uns nicht nehmen und schauten uns erst noch den beeindruckenden Ursprung der Partnach an, die uns bis zur Reintalangerhütte immer begleitet hatte. Kurz nach der Reintalangerhütte verändert sich die Vegetation, es wird insgesamt steiniger und felsiger.
Wir hatten großes Glück, denn der Aufstieg zur Knorrhütte war meist bewölkt. Somit konnten wir alle mit gleichmäßigem Tempo die steilen, meist sehr steinigen, felsigen Kehren, bewältigen. Der Aufstieg war schweißtreibend aber wunderschön durch die beeindruckenden Blicke auf die Berge und die Landschaften.
Als wir die Knorrhütte auf 2051 m erblickten, waren wir froh, denn nach ca. 1400 hm und 19 km und acht Stunden Gehzeit einschl. Pausen freut man sich schon sehr auf eine Erfrischung. Wir checkten ein, bezogen ein bescheidenes 7-Bett-Zimmer und freuten uns über unsere Leistung. Die großen Portionen der Spaghettis beim Abendessen waren kaum zu schaffen. Aber sehr sehr lecker. Draußen konnten wir sehen wie die Sonne hinter den Bergen versank. Traumhaft.
Am zweiten Tag ließen wir uns um 6 Uhr vom Helmut wecken und verabredeten uns gleich um 6:30 zum Frühstück, damit wir pünktlich um 07:30 von der Knorrhütte zu unserem Ziel, der Zugspitze aufbrechen konnten.
Los gings recht schattig erstmal bergauf. Als wir in die Sonne kamen, cremten wir uns nochmal vorsorglich ein. Wir gingen als eingespieltes Team ruhig und gleichmäßig dahin, jeder konnte seinen Gedanken nachhängen und die sagenhafte Bergwelt und Natur bestaunen und genießen. Nach zwei Stunden kamen wir zum Sonnalpin auf 2600 m, machten ausgiebig Pause und dann gings los. In festgelegter Reihenfolge gingen wir den sehr steilen Schotterberg bis zum Beginn des seilversicherten Steiges. Das ist schon herausfordernd gewesen, da man sehr konzentriert sein muss, da der Schotter sehr locker aufliegt und man leicht rutscht. Am Beginn des seilversicherten Steiges verstauten wir unsere Wanderstöcke und stiegen den Steig besonnen nach oben. Für manche war es ein bisschen herausfordernd, da man dies nicht alle Tage macht. Jedoch auch hier klappte alles und wir freuten uns immens, als wir unser Ziel nach gut 1,5 Stunden erreichten. Um 11:45 kamen wir am verbauten Zugspitzplateau an, das einen an ein Flughafenterminal erinnert. Es war wie zu erwarten, total voll und überlaufen. Immerhin gehen von dort oben drei Seilbahnen bergab bzw. bergauf. Die Tiroler Zugspitzbahn, die Gletscherbahn bis Sonnalpin (Zugspitzplatt) und die Seilbahn hinunter zum Eibsee.
Wir hatten jedoch das Motto: Der Weg ist das Ziel.
Somit erfrischten wir uns mit einem Getränk vom Münchner Haus und aßen eine Kleinigkeit. Wenigstens das Münchner Haus hat noch einen 120 Jahre alten Ursprung. Wir bestaunten von hier oben die wundervolle Aussicht in alle Richtungen. Wir checkten die Anzahl der Leute, die zum goldenen Kreuz hochwollten und beschlossen, uns nicht in die ellenlange Schlange einzureihen. Ein Foto vom Balkon und mit dem Felsen und dem Kreuz im Hintergrund tat es auch.
An diesem Tag legten wir 5,5 km zurück mit und immerhin 930 hm, sowie 4,15 Stunden Gesamtgehzeit.
Danach beschlossen wir, so schnell wie möglich runterzufahren. Erst mit der Gletscherbahn zum Sonnalpin und ab da mit der historischen Zahnradbahn bis zur Station Grainau, dann mit der Bayerischen Zugspitzbahn bis zur Station Hausberg. Wir mussten noch eine gute halbe Stunde bei ca. 30 Grad bis zum Skistadion laufen, dann waren wir wieder zurück am Ausgangspunkt.
Danke an Hugo für die Mühe (immerhin zweimal die gleiche Tour hintereinander - Respekt !!) und die gute Führung der Truppe. Danke an die Mitwanderer. Wir waren ein tolles Team. Es hat allen sehr gut gefallen und wir waren alle stolz auf unsere Leistung.
Rita H.