Erster Tag - vom Olympia Skistadion zur Knorrhütte
Im letzten Jahr wurde die geplante Tour zur Zugspitze wegen starkem Schneefall verschoben. In diesem Jahr haben wir herrliches Wanderwetter mit sommerlichen Temperaturen und wolkenfreiem Himmel. Voller Vorfreude starten acht Naturfreunde unter Führung von Hugo den Weg zum höchsten Berg Deutschlands. Los geht es am Olympia-Skistadion, Schon bald erreichen wir die beeindruckende Partnachklamm. Dem Reintal westwärts folgend wandern wir morderat durch schattigen Bergwald ca 2 1/2 Stunden bis wir die schön gelegene Bockhütte erreichen, die uns einen erfrischendem Frühschoppen bietet. Nach einer ausgiebigen Pause geht es an den Kiesbänken der Partnach weiter. Wir marschieren gutgelaunt auf der nördlichen Uferseite tiefer in das Reintal. Immer höher ziehen sich im Süden die Felswände in den Himmel. Da die Temperaturen immer mehr steigen, sind wir über den größtenteils schattigen Weg dankbar. Ein Wasserfall kündigt die Stufe zum Oberen Reintal an. Plötzlich kommen uns Dutzende von Schafen entgegen und drängeln sich auf dem schmalen Weg an uns vorbei. Erstaunt stellen wir fest, dass weder Schäfer noch Hunde die Herde begleiten. Nach 14 Kilometer Wanderung kehren wir in die idyllisch gelegene Reintalangerhütte (1.369 m) ein und stärken uns bei einem ausgiebigen Mittagessen für die nächste Etappe. Erfrischt nehmen wir den Weg zur Knorrhüte in Angriff. Es liegen noch 670 Höhenmeter und 3,2 km vor uns. Es geht steil bergauf und die Mittagshitze, der aufgeheizte Fels und der steile Weg zwingen uns ab und an mal stehen zu bleiben und kurze Trinkpausen einzulegen. Die Aussicht auf das malerisch schöne Reintal mit dem impossanten Hochwanner auf der talauswärts rechten Seite, das weitläufige Tal in der Mitte und die eindrucksvollen Felsformationen von den Höllentalspitzen, der Volkarspitze und dem Hochblassen auf der linken Seite sind beeindruckend und belohnen uns für die Anstrengung. Etwa 3 Stunden nach Aufbruch von der Reintalangerhütte taucht endlich die Knorrhütte vor uns auf. Froh, unser Nachtquartier auf 2.050 Meter erreicht zu haben, steigen wir die letzten steilen Meter bergauf und freuen uns auf einen geselligen Hüttenabend.
Zweiter Tag - von der Knorrhütte zur Zugspitze
Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir voller Vorfreude auf den Weg zum bevorstehenden Gipfelerlebnis, das noch 900 Höhenmeter entfernt ist. Wir wandern mitten im hochalpinen Gletschergebiet umgeben von schroffen Felsgipfeln. Nach ca 2 Stunden erreichen wir das Gletscherrestaurant Sonnalpin, wo wir uns eine Pause gönnen mit wunderbarer Sicht auf den oberen Teil der Zugspitze. Auf steilem Geröll steigen wir bis zum Schneefernerhaus. Ein Stück oberhalb der Forschungsstation beginnt in den Felsen der Klettersteig.Teils mit Seilversicherungen als Handlauf gesichert, geht es zusammen mit anderen Wanderer durch griffigen Fels Serpentine für Serpentine steil nach oben. Entlang des Drahtseils haben wir bald den Grat, der auch die Grenze zwischen Österreich und Deutschland markiert, erreicht. Neben der herrlichen Aussicht auf das Zugspitzplatt, eröffnet sich nun auch der Blick auf den farbenprächtigen Eibsee. Wir steigen die letzten Höhenmeter bis zu einer Stahltreppe hinauf. An deren oberen Ende hat die natürliche Bergwelt ein jähes Ende. Vorbei an Deutschlands höchstem Andenkenladen spazieren wir zum Münchner Haus und umarmen uns voller Glück den langen Weg zur Zugspitze erfolgreich bewältigt zu haben. Nachdem wir die schöne Aussicht von der 2.962 Meter hohen Zugspitze mit dem 4 Länder Panorama, den letzten verbleibenden Gletscher, dem goldenen Gipfelkreuz und den spektakulären Technikbauten sowie einer guten Brotzeit genossen haben, fahren wir mit der Seilbahn und der Zahnradbahn runter zum Hausberg in Garmisch. Die letzte halbe Stunde unserer wunderbaren Tour gehen wir zurück zum Olympia-Skistadion. Ein unvergessliches Erlebnis neigt sich dem Ende zu - unsere erfolgreiche und wunderschöne Besteigung der Zugspitze.
Ingrid G.